Erstes Elektroauto – Ein Blick zurück auf die Geschichte der Elektromobilität
Das Elektroauto gilt vielen als Erfindung des 21. Jahrhunderts – ein Produkt des digitalen Zeitalters, das auf Innovation und Klimabewusstsein basiert. Doch wer sich intensiver mit der Materie beschäftigt, entdeckt schnell: Die Geschichte der E-Mobilität beginnt nicht mit Tesla, sondern reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück.
Lange bevor der erste Verbrenner auf vier Rädern die Strassen eroberte, rollten schon die ersten elektrisch betriebenen Autos durch die Städte – leise, sauber und überraschend effizient.
Was damals noch an den Grenzen der Batterietechnologie scheiterte, erlebt heute das wohl fulminanteste Comeback unser Zeit. Dank leistungsstarker Batterien, intelligenter Ladeinfrastruktur und politischer Unterstützung wird das Elektrofahrzeug zum Symbol für die neue Ära der Mobilität.
Themen im Überblick
- Fakten zur Elektromobilität in Europa
- Was ist Elektromobilität? Eine einfache Definition
- Geschichte des Elektroautos – Meilensteine seit dem 19. Jahrhundert
- Comeback: Die Renaissance der Elektroautos
- Was Hausbesitzer aus der Geschichte lernen können
- Was Unternehmer aus der Geschichte ableiten können
- Von 100 km/h bis Lithium-Ionen: Technische Entwicklungen
- Die Zukunft der E-Mobilität: Nachfolger der Verbrennungsmotoren
- Die Vergangenheit der Elektromobilität bestimmt die Zukunft
- FAQ – Meist gestellte Fragen zum Thema
Fakten zur Elektromobilität in Europa
- Neuzulassungen H1 2025 (EU): BEV 15,6 %, Hybride 34,8 %, Verbrenner 37,8 %
- Ladepunkte 2024 (Top-3): Niederlande >180 000, Deutschland ~160 000, Frankreich ~155 000
- Wachstum Ladeinfrastruktur: +35 % im Jahr 2024, Meilenstein von 1 Mio. Ladepunkten erreicht
- Zubau bis 2030 nötig: mind. 3,5 Mio. Ladepunkte, d. h. jährlich ~410 000 neue Anschlüsse
Elektromobilität ist mittlerweile fest im europäischen Mainstream verankert. Die jüngsten Daten zeigen, wie stark der Wandel bereits fortgeschritten ist und auch, wo die grössten Herausforderungen noch liegen.

Im ersten Halbjahr 2025 erreichten reine Elektro-Pkw in der EU 15,6 % Marktanteil. 2024 waren es noch 12,5 %. Damit hat sich ihr Anteil innerhalb kurzer Zeit spürbar erhöht.
Benzin- und Dieselmodelle kommen zusammengenommen nur noch auf rund 38 %, während Hybride mittlerweile über 30% aller Neuzulassungen ausmachen. Diese Verschiebung macht deutlich, dass die Elektrifizierung des Verkehrs Fahrt aufgenommen hat.

Ladeinfrastruktur in Europa
Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur zeigt sich ein klarer Trend. Ende 2024 waren europaweit über 1 Mio. öffentliche Ladepunkte verfügbar – ein Plus von mehr als 35 % gegenüber dem Vorjahr. Rund vier Fünftel davon sind AC-Ladepunkte für das Normalladen, knapp ein Fünftel sind Schnellladepunkte mit DC-Technik.
Damit das Netz auch in der Fläche wächst, hat die EU 2023 die AFIR-Verordnung verabschiedet. Sie schreibt vor, dass an den Hauptverkehrsachsen der TEN-T-Korridore spätestens ab 2025 mindestens alle 60 Kilometer Schnellladehubs mit 150 kW Leistung entstehen müssen.
Bis 2030 soll dieses Netz voll ausgebaut sein. Für Lkw und Busse gelten noch strengere Vorgaben mit höheren Ladeleistungen.
Was ist Elektromobilität? Eine einfache Definition
Elektromobilität – oder kurz: E-Mobilität – beschreibt die Fortbewegung mit elektrisch betriebenen Autos, die nicht mit Benzin oder Diesel, sondern mit Strom fahren. Der zentrale Antrieb kommt dabei vom Elektromotor, gespeist meist durch Lithium-Ionen-Akkus.
Welche Fahrzeuge zählen als E-Autos?
Zur Elektromobilität gehören mehr als nur Elektroautos:
- E-Autos für den privaten oder gewerblichen Einsatz
- Elektrisch betriebene Motorräder, Roller, Busse und LKW
- Hybridfahrzeuge (HEV), die sowohl einen Elektromotor als auch einen Verbrennungsmotor besitzen
- Plug-in-Hybride (PHEV) mit externer Lademöglichkeit
- Brennstoffzellenfahrzeuge mit Wasserstoff als Energieträger
- Leichte Nutzfahrzeuge im urbanen Lieferverkehr
Auch Elektrofahrzeuge, die in speziellen Anwendungen genutzt werden – wie Gabelstapler, Kommunalfahrzeuge oder Elektroboote – zählen dazu.
Elektromobilität als System
Elektrofahrzeuge allein machen noch keine E-Mobilität. Sie funktioniert nur mit einem gut durchdachten Gesamtsystem und setzt sich aus mehreren Elementen zusammen:
Ladeinfrastruktur
Von der privaten Wallbox bis zu ultraschnellen Schnellladepunkten mit bis zu 350 kW
Batterietechnologie
Hochwertige Akkus, intelligentes Batteriemanagement und Recyclinglösungen
Stromquellen
Die Qualität des Strommixes ist entscheidend – idealerweise erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind
Schnittstellen zur Energieversorgung
Integration in das Smart Grid, Verbindung mit Photovoltaik und Heimspeicher
Vorteile elektrisch angetriebener Automobile
- Keine lokalen Emissionen: Kein CO₂, kein Feinstaub, kein Lärm
-
Hoher Wirkungsgrad: Der Elektromotor wandelt bis zu 90 % der Energie in Vortrieb um – bei Verbrennern sind es oft unter 30 %
- Weniger Wartung: Kein Ölwechsel, kein Auspuff, keine Zündkerzen
Alltagstauglichkeit
Hochwertige E-Autos erzielen Reichweiten von 200 bis 500 Kilometern – Spitzenmodelle sogar über 600 km. Dank Schnellladefunktionen sind bis zu 80 % Akkuladung in 30 Minuten möglich. In der Schweiz wächst das Netz an Ladestationen stetig – auch entlang von Autobahnen und in ländlichen Regionen.
Sauberer Strom als Schlüssel zur Energiewende
Die Umweltbilanz von Elektroautos hängt vom Strommix ab. Wird das Fahrzeug mit Solarstrom vom eigenen Dach geladen, wird es nahezu klimaneutral.
Fazit: Elektromobilität ist mehr als technologischer Fortschritt – sie ist Systemwechsel. Sie steht für saubere, effiziente und nachhaltige Mobilität, die nicht nur Autos, sondern ganze Infrastrukturen verändert – und das zum Vorteil von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

Geschichte des Elektroautos – Meilensteine seit dem 19. Jahrhundert
Die Geschichte der E-Mobilität beginnt nicht mit Tesla, sondern vor fast 200 Jahren. Bereits 1821 entdeckte der englische Wissenschaftler Michael Faraday das Prinzip des Elektromagnetismus – der wichtigste Meilenstein für die spätere Erfindung des Elektroantriebs.
Carl Benz, Motorwagen & Dampfantrieb: Erste Konkurrenz für Elektroautos
Mit dem Patent-Motorwagen von 1886 brachte Carl Benz das erste praxistaugliche Fahrzeug mit Verbrennungsmotor auf die Strasse – und damit den wohl grössten Konkurrenten der frühen Elektroautos.
Während die elektrischen Modelle damals vor allem in Städten beliebt waren, punktete der Benz’sche Motorwagen mit grösserer Reichweite und einfacherem Nachfüllen von Treibstoff.
Der Dampfantrieb
Neben dem Verbrenner etablierte sich Ende des 19. Jahrhunderts ein weiterer Antrieb: die Dampfmaschine auf Rädern. Gegen 1900 wurden in den USA etwa 40 Prozent aller Fahrzeuge mit Dampf betrieben.
Diese Dampfwagen boten im urbanen Einsatz Vorteile – etwa ruhigeren Lauf und keine Abgase wie bei frühen Benzinmotoren. Doch sie hatten auch entscheidende Nachteile: Die Kessel benötigten Vorlaufzeit zum Aufheizen, Wasser- und Brennstoffversorgung waren aufwendig und das Gewicht war hoch, weshalb sich der Verbrenner durchsetzte.
Frühe Innovationen und die Blütezeit der Elektrofahrzeuge
Zwischen 1890 und 1910 erlebten Elektroautos ihre erste große Blütezeit – vor allem in urbanen Regionen wie New York, London und Berlin. Sie galten als zuverlässig, wartungsarm und komfortabel. Für viele Städter waren sie die bessere Wahl gegenüber den lärmenden, stinkenden Benziner-fahrzeugen.
Der Niedergang: Wie der Verbrenner das Elektroauto verdrängte
Trotz des frühen Erfolgs verschwand das Elektroauto bald aus dem Alltag. Ab etwa 1912 begann der Siegeszug der Verbrennungsmotoren – vor allem durch drei Erfindungen:
- Elektrischer Anlasser: machte den benziner benutzerfreundlich
- Massenproduktion bei Ford: senkte den Preis drastisch
- Mehr Reichweite und schnelleres Tanken: Vorteil bei Langstrecken
Gleichzeitig stagnierte die Batterietechnologie. Die damals üblichen Bleiakkus waren schwer, ineffizient und lieferten lediglich genug Energie für 40 bis 60 Kilometer. Die Automobilindustrie fokussierte sich zunehmend auf benzinbetriebene Fahrzeuge und auf dem Gebiet der Elektromobilität herrschte jahrzehntelang Stille.
Lehre aus der Geschichte
Die Geschichte zeigt: Die Elektromobilität war schon einmal weiter, als viele denken. Technische Innovationen wie der Elektromotor oder frühe Elektroautos waren Pionierleistungen.
Doch wirtschaftliche Interessen, fehlende Infrastruktur und schwache Batterietechnologie verhinderten ihren Durchbruch.
Heute – mit innovativer Batterietechnologie, Schnellladestationen und wachsendem Umweltbewusstsein – erleben wir das Comeback dieser visionären Antriebsform.
Comeback: Die Renaissance der Elektroautos
Nach über 100 Jahren im Schatten der Verbrennungsmotoren feiert das Elektroauto seit den frühen 2000er-Jahren sein eindrucksvolles Comeback.
Während es früher als Nischenlösung für Technikbegeisterte galt, ist es heute der Nachfolger des Benziners – technologisch, ökologisch und wirtschaftlich.
General Motors, Mercedes & Toyota: Die ersten modernen Elektroautos
In den 1990er-Jahren wagten die grossen Hersteller den Neustart der Elektromobilität. General Motors brachte 1996 den EV1 auf den Markt – das erste Serienfahrzeug, das von Grund auf als Elektroauto konzipiert war.
Kurz darauf präsentierte Toyota mit dem Prius das erste massentaugliche Hybridauto. Es kombinierte Verbrennungs- und Elektromotor, sparte Treibstoff und legte den Grundstein für die heutige Hybrid- und Plug-in-Technologie.
Auch Mercedes experimentierte früh mit elektrischen Antrieben – unter anderem mit dem A-Klasse-Elektro-Prototyp und später dem B-Klasse Electric Drive.
Der Aufschwung der Elektromobilität heute
Mehrere Entwicklungen haben die Elektromobilität in den letzten zwei Jahrzehnten neu definiert:
- Klimakrise & CO₂-Reduktion: Der Verkehrssektor zählt zu den größten Emittenten von Treibhausgasen. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist daher zentral für die Dekarbonisierung unserer Infrastruktur.
- Technologische Reife: Fortschritte in der Batterietechnologie ermöglichen hohe Reichweiten, lange Lebensdauer und kürzere Ladezeiten.
- Politische Vorgaben: Förderprogramme, CO₂-Steuern, Emissionsgrenzwerte und das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 in der EU treiben den Wandel aktiv voran.
- Imagewandel: Früher belächelt, heute Statement. Wer ein E-Auto fährt, zeigt Umweltbewusstsein und Innovationsfreude.
Die neue Realität: Alltagstauglich, smart, vernetzt
Was das erste Elektrofahrzeug vor über 100 Jahren noch nicht leisten konnte, ist heute Realität:
- Über 600 km mit einer Akkuladung
- 100 km/h problemlos auf der Autobahn
- Schnellladung auf 80 % in unter 30 Minuten
- Intelligentes Lastmanagement: E-Autos laden automatisch dann, wenn Strom aus erneuerbaren Quellen verfügbar ist
Auch Hausbesitzer und Unternehmer profitieren: Photovoltaik, Wallboxen und Heimspeicher lässt sich der selbst erzeugte Solarstrom direkt ins Fahrzeug leiten – kostenoptimiert, emissionsfrei und unabhängig vom Netz. Für Betriebe ergeben sich neue Möglichkeiten zur Eigenverbrauchsoptimierung und zur Erfüllung von ESG-Vorgaben.
Was Hausbesitzer aus der Geschichte lernen können
Die Geschichte der Elektromobilität zeigt eindrucksvoll: Technologisch war das erste Elektroauto seinen benzinbetriebenen Nachfolgern teilweise überlegen – sauber, leise, zuverlässig. Nur fehlten damals die Reichweite, die Batterietechnologie und die passende Infrastruktur.
Heute ist alles anders: Hausbesitzer können nun von dem profitieren, was vor über 100 Jahren visionär begann: einer Mobilität, die unabhängig, nachhaltig und wirtschaftlich ist.
Warum sich E-Mobilität für Ihr Zuhause lohnt
Eigenverbrauch optimieren
Mit Solarmodulen auf dem Dach können Sie Ihr E-Auto direkt mit selbst erzeugtem Solarstrom laden – das senkt Ihre Stromrechnung und macht Sie unabhängiger vom Netz.
Wertsteigerung Ihrer Immobilie
Eine fest installierte Wallbox oder eine Mehrfach-Ladestation für Mehrfamilienhäuser steigert den Marktwert Ihrer Immobilie – besonders bei jüngeren Käufern, die Wert auf nachhaltiges Wohnen legen.
Unabhängigkeit von Energiepreisen
Der Strompreis schwankt – aber Ihre Sonne scheint kostenlos. Nichts ist günstiger und zugleich nachhaltiger, als sein Auto zuhause mit Solarstrom zu laden.
Staatliche Förderungen nutzen
In vielen Schweizer Kantonen gibt es Zuschüsse für Ladeinfrastruktur, Heimspeicher, intelligente Wallboxen oder Lastmanagementsysteme – oft kombiniert mit Steuererleichterungen.
Mehrwert für Hausbesitzer
Wer heute in E-Mobilität investiert, setzt auf Zukunft. Sie senken Kosten, erhöhen den Immobilienwert, sichern sich Förderungen und leisten gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.
In anderen Worten: Das, was mit dem ersten Elektroauto begann, wird heute Teil eines intelligenten, nachhaltigen Wohnkonzepts.
Konkrete Maßnahmen für Zuhause
Wallbox mit PV-Anbindung installieren
Nutzen Sie eine smarte Wallbox, die erkennt, wann überschüssiger Solarstrom aus Ihrer PV-Anlage zur Verfügung steht.
Lastmanagementsystem einbauen
Gerade bei mehreren E-Fahrzeugen in einem Haushalt oder bei gemeinschaftlicher Nutzung in Wohnüberbauungen verhindert das Überlastung und optimiert den Energieeinsatz.
Heimspeicher integrieren
Ein Batteriespeicher erhöht Ihre Autarkie und ermöglicht es, auch abends mit eigenem Solarstrom zu laden. Künftig können manche elektrofahrzeuge sogar als Stromspeicher für das ganze Haus dienen (Vehicle-to-Home).
Was Unternehmer aus der Geschichte ableiten können
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Elektrofahrzeuge erfolgreich im städtischen Lieferverkehr eingesetzt – etwa für Milch- und Warenlieferungen.
In einer Zeit ohne CO₂-Debatte war die Motivation vor allem pragmatisch: Elektromotoren waren zuverlässig, leise und effizient.
Heute kehrt dieses Prinzip mit neuer Technik und klarer Umweltvision zurück – und bietet Firmen aus Gewerbe und Industrie Chancen, die weit über reine Mobilität hinausgehen.
Strategien für Gewerbe & Industrie
Große Dachflächen wirtschaftlich nutzen
Nutzen Sie die ungenutzten Flächen Ihres Firmengeländes. Eine leistungsstarke PV-Anlage mit Speicher liefert 100 % erneuerbare Energie – ideal für Ladevorgänge von Transportfahrzeugen, Gabelstaplern oder Dienstwagen.
Intelligente Ladeinfrastruktur aufbauen
Ob für die eigene E-Flotte, Mitarbeitende oder Kunden – ein modernes Lademanagementsystem sorgt für geregelte Lastverteilung, automatische Abrechnung und Schnittstellen zum Energiemanagement.
Elektroautos als Aushängeschild
Ein Elektroauto mit Ihrem Logo fährt nicht nur CO₂-frei, sondern signalisiert technologische Vorreiterrolle und Umweltbewusstsein. Besonders attraktiv für Logistik, Außendienst, Baugewerbe und Vertrieb.
Vom historischen Elektroauto zum heutigen Pflichtprogramm
Die Geschichte hat gezeigt: Schon mit dem Flocken Elektrowagen, dem Elektromotor oder dem elektrischen Dreirad war klar, welches Potenzial Elektrofahrzeuge bieten.
Heute – mit leistungsstarken Batterien, digitalem Lastmanagement und politischem Rückenwind – ist es an der Zeit, dieses Potenzial in die Praxis zu überführen.
Wer als Firma heute umsteigt, profitiert nicht nur kurzfristig durch geringere Kosten, sondern sichert sich einen klaren langfristigen Wettbewerbsvorteil – und übernimmt Verantwortung für die Mobilität der Zukunft.
Von 100 km/h bis Lithium-Ionen: Technische Entwicklungen
Schon Ende des 19. Jahrhunderts bewies das Elektroauto, dass elektrischer Antrieb weit mehr kann als nur gemütlich durch die Stadt zu rollen.
1899 erreichte der belgische Rennfahrer Camille Jenatzy mit seinem strombetriebenen Fahrzeug La Jamais Contente – zu Deutsch: „Die nie Zufriedene“ – eine Geschwindigkeit von über 100 km/h.
Der stromlinienförmige Wagen, angetrieben von zwei Elektromotoren mit je 25 kW, war das erste Fahrzeug weltweit, das diese magische Marke durchbrach. Während die meisten Verbrennungsmotoren zu jener Zeit noch Startprobleme hatten, setzte dieses elektrische Rekordfahrzeug ein klares technologisches Zeichen.
Elektroautos im Wandel der Zeit
Aktuelle Entwicklungen: Vom Versuchswagen zur Hightech-Lösung
Heute sind Elektrofahrzeuge nicht nur schnell, sondern auch hochentwickelt. Vorbei sind die Zeiten der schweren und trägen Bleiakkus.
Moderne Lithium-Ionen-Batterien bieten eine deutlich höhere Energiedichte, verkürzte Ladezeiten und eine lange Lebensdauer – und fahren Strecken von bis zu 600 km mit einer einzigen Ladung. Führende Hersteller wie Tesla, BYD oder Porsche testen bereits Feststoffbatterien, die noch mehr Sicherheit und Reichweite bieten sollen.
Technologische Schlüsselbereiche im Überblick
Rekuperation
Beim Bremsen erzeugt der Elektromotor Energie, die zurück in die Batterie gespeist wird. Besonders im Stadtverkehr erhöht das die Reichweite um bis zu 30 %.
Schnellladen mit bis zu 350 kW
Moderne Schnellladestationen laden in 15 Minuten genug Strom für bis zu 300 Kilometer – ideal für Langstrecken oder den gewerblichen Einsatz.
Batteriemanagementsysteme (BMS)
Diese intelligenten Systeme sorgen für optimale Zellnutzung, verhindern Überhitzung und verlängern die Lebensdauer der Batterie – essenziell für Unternehmen mit Flottenbetrieb.
Hocheffiziente Elektromotoren
Aktuelle E-Autos nutzen meist permanent erregte Synchronmotoren. Diese sind kompakt, leistungsstark und benötigen kaum Wartung.
Wohin geht die Reise?
Die nächste Generation der Elektroautos wird schneller laden, weiter fahren und intelligenter mit dem Haus oder Netz kommunizieren. Mit Vehicle-to-Grid (V2G) können sie künftig Strom ins Netz zurückspeisen.
Autonomes Fahren, induktives Laden und digitale Assistenzsysteme werden zum Standard. Der Antrieb der Zukunft ist nicht nur elektrisch – er ist ein integraler Bestandteil eines vernetzten, nachhaltigen Energie- und Mobilitätssystems.
Die Zukunft der E-Mobilität: Nachfolger der Verbrennungsmotoren
Elektromobilität ist kein kurzlebiger Trend. Sie ist inzwischen ein zentraler Baustein globaler Klimapolitik – und politisch klar gewollt. Die Zukunft gehört emissionsfreien Fahrzeugen, betrieben mit Strom statt Benzin.
Zentrale Vorgaben in Europa und der Schweiz:
- Europäische Union: Ab 2035 ist Schluss mit Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren. Nur noch elektroautos und andere emissionsfreie fahrzeuge dürfen dann neu auf den Markt.
- Schweiz: Mit dem CO₂-Flottenziel, Steueranreizen und einer Ladeoffensive fördert die Schweiz gezielt die elektromobilität. Zahlreiche Kantone unterstützen den Aufbau von Ladeinfrastruktur und die Eigenverbrauchsoptimierung.
- Deutschland: Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 bedeutet für die Automobilindustrie einen Paradigmenwechsel – hin zu 100 % elektrisch.
Technologische Trends: Die nächste Evolutionsstufe
Die Technologie hinter der Elektromobilität entwickelt sich rasant. Neue Konzepte verändern die Rolle des Elektroautos – vom Fortbewegungsmittel zum Energiesystem auf Rädern.
- Bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G): Moderne e autos sollen nicht nur laden, sondern auch Strom zurück ins Netz oder ins Gebäude speisen können. Das macht sie zu mobilen Stromspeichern, die zur Netzstabilität beitragen – besonders sinnvoll in Kombination mit Photovoltaikanlagen.
- Induktives Laden: Ohne Kabel, ohne Stecker: Beim induktiven Laden parken Sie Ihr Fahrzeug einfach über einer Ladeplatte. Erste Pilotprojekte laufen bereits – in Deutschland, Norwegen und Kalifornien.
- Autonomes Fahren & Mobilitätswende: Autonom fahrende Elektrofahrzeuge sollen Staus vermeiden, emissionen senken und Städte lebenswerter machen. Kombiniert mit Sharing-Modellen entsteht eine neue, ressourcenschonende Mobilität.
Die Vergangenheit der Elektromobilität bestimmt die Zukunft
Die Geschichte der Elektromobilität zeigt eindrucksvoll: Was als visionärer Gedanke begann, entwickelt sich heute zum neuen Standard. Bereits im 19. Jahrhundert waren elektrisch betriebene Fahrzeuge sauberer, leiser und im Stadtverkehr oft effizienter als ihre benzinbetriebenen Nachfolger. Doch erst die jüngsten Durchbrüche in der Batterietechnologie, allen voran die Entwicklung leistungsstarker Akkus, machten die Elektromobilität massentauglich.
Heute ist das Elektroauto weit mehr als eine technische Alternative zum Verbrennungsmotor – es ist Ausdruck einer bewussten, nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Fortbewegung.
Und wer heute handelt, profitiert doppelt: durch geringere Kosten im Betrieb und durch den aktiven Beitrag zur Energiewende. Vom Trouvé Tricycle über die „La Jamais Contente“ bis zum vernetzten Tesla mit 600 km Reichweite – die E-Mobilität hat eine lange Reise hinter sich. Jetzt ist der Moment, um einzusteigen und Teil dieser Bewegung zu werden.
Denn eines ist klar: Strom ist der neue Treibstoff. Und Elektromobilität der logische Nachfolger der Verbrennungsmotoren – technisch, ökologisch und wirtschaftlich.
Wie machen Sie Ihr Zuhause oder Unternehmen fit für die Zukunft der Elektromobilität?
FAQ – Meist gestellte Fragen zum Thema
Welches war das erste Elektroauto der Welt?
Das erste straßentaugliche Elektrofahrzeug war das Trouvé Tricycle von 1881. In Deutschland gilt der Flocken Elektrowagen von 1888 als erstes vierrädriges Elektroauto.
Ab wann sind Verbrennungsmotoren in der EU verboten?
Die EU hat beschlossen, dass ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Erlaubt sind dann nur noch emissionsfreie Fahrzeuge wie Elektroautos.
Wie viele Elektroautos gibt es aktuell in Europa?
Bis Mitte 2025 lag der Marktanteil von Elektroautos bei rund 15,6 % aller Neuzulassungen in der EU – mit steigender Tendenz und bereits über 10 Millionen Fahrzeugen auf europäischen Straßen.
Wie schnell kann man ein Elektroauto in Europa laden?
An modernen Schnellladehubs (150–350 kW) laden viele Modelle in 10–30 Minuten von 10 % auf 80 %. Das ist ideal für Langstrecken und den gewerblichen Einsatz.
Lohnt sich die Kombination von Photovoltaik und Elektroauto?
Ja, mit einer PV-Anlage von 2–3 kWp lässt sich der Jahresfahrstrom für ein E-Auto (ca. 12 000 km) vollständig abdecken – kostensparend, klimafreundlich und unabhängig vom Netz.

Gründer und Geschäftsführer der solarmotion ag.
Seit über 14 Jahren begleitet Stefan Merz Hausbesitzer und Unternehmen auf dem Weg zu einer unabhängigen und nachhaltigen Energiezukunft. Als erfahrener Energieexperte setzt er auf individuelle Lösungen mit Fokus auf Eigenverbrauch, Wirtschaftlichkeit und technische Zuverlässigkeit.
Sein Antrieb: Die Energiewende greifbar machen – mit ehrlicher Beratung, hochwertigen Komponenten und einem starken Team. Unter seiner Leitung hat die solarmotion bereits über 1000 Projekte erfolgreich realisiert.

